Wie der Abriss noch verhindert werden könnte

Die Lederfabrik wird abgerissen, es sei denn …

Es sei denn, der Freistaat kauft das Gebäude und richtet darin das sogenannte Haus der Bildung ein. Sachsens damaliger Kultusminister Roland Wöller (CDU) hatte 2011 in der Behördenreform durchgesetzt, dass die staatliche Schulaufsicht für die Landeshauptstadt und für die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen künftig ihren Sitz in Freital haben soll. (Pressemitteilung zum Beschluss des Kabinetts vom Januar 2011, Zeitplan zur Umsetzung vom Mai 2011).

Angesichts der vielen privaten Investoren, die sich in der Vergangenheit erfolglos an der Lederfabrik versucht haben, scheint dies die einzige realistische Möglichkeit zum Erhalt des Denkmals. Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) sieht es so: „Es gibt den Kabinettsbeschluss von 2011, dass der Freistaat in Freital das Haus der Bildung errichten soll. Das ist unser Strohhalm, an den wir uns klammern.“

Der Freistaat lässt sich derzeit nicht in die Karten schauen. Im zuständigen Kultusministerium sind die Gedankenspiele über die Lederfabrik bekannt, nähere Verhandlungen mit der Stadt Freital laufen derzeit aber nicht, erklärt Sprecher Dirk Reelfs. Zunächst müsse ermittelt werden, wie viel Fläche genau für die Einrichtung gebraucht werde. „Danach erfolgt die Standortentscheidung auch unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit zu gegebener Zeit“, teilt Reelfs mit. Im Beschluss des Kabinetts ist von einer Einrichtung des Bildungshauses bis spätestens 2021 die Rede.

Ganz abwegig ist es nicht, dass der Freistaat in ein altes Gemäuer investiert. Bestes Beispiel: das neue Finanzamt in Pirna. Um seine Finanzbehörde unterzubringen, hat der Freistaat dort das verfallene Liebenausche Vorwerk denkmalgerecht saniert und in zwei Neubauten integriert. Mehr als 23 Millionen Euro hat sich der Freistaat das kosten lassen. Daran erinnert auch Oberbürgermeister Rumberg: „Ich habe die Hoffnung, dass man für Freital vielleicht zu einer ähnlichen Entscheidung kommt wie in Pirna, wo für das Finanzamt ja auch ein altes Gebäude saniert worden ist.“

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